Verabschiedung von Diakon Berkowsky

Vergangenen Sonntag ging in der Burgdorfer St. Nikolaus Pfarrgemeinde eine Ära zu Ende. Nach 22 Jahren im Dienst der Pfarrgemeinde als Diakon wurde Hartmut Berkowsky mit warmen Worten verabschiedet. Am 16. Mai 1992 wurde Berkowsky im Dom zu Hildesheim durch Weihbischof Heinrich Machens zum Ständigen Diakon für die Heilig Herz Jesu Gemeinde in Hannover-Misburg geweiht. Zum 1. Juni 1998 bat der damalige Bischof Josef Homeyer Berkowsky den Diakon-Dienst in der Burgdorfer St. Nikolaus Pfarrgemeinde aufzunehmen.

Eigentlich sollte schon im April deine Verabschiedung mit einem Festgottesdienst und einer angemessenen Feier geschehen. Aber Corona hat leider auch da, wie bei so vielen Dingen, uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so Pfarrer Martin Karras beim Gottesdienst im Pfarrgarten. Auch wenn wir heute deine Verabschiedung nur in einem kleineren Rahmen als ursprünglich gedacht begehen, so kannst du sicher sein, dass das nicht weniger herzlich geschieht.

Hartmut Berkowsky hat über die vielen Jahre die Pfarrgemeinde und ihre Mitglieder durch seinen Dienst bei Taufen, Trauungen, Beerdigungen und der Feier der zahlreichen Gottesdienste in Burgdorf, Uetze und Hänigsen geprägt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit lag im diakonalen Bereich. Der Dienst an den Schwachen, den Kranken und Alten war ihm wichtig. Regelmäßig feierte Berkowsky Gottesdienste in den Alten- und Pflegeheimen. Die kranken Gemeindemitglieder besuchte er zuhause, brachte ihnen den Leib Christi und spendete Trost. Mit großer Freude engagierte er sich beim Seniorenkreis in Uetze. Ganz besonders wichtig war es für den scheidenden Diakon, Menschen auf ihrem letzten irdischen Weg zu begleiten, ihre Angehörigen zu trösten und ihnen Mut zu machen.

„Wenn ich auf die gemeinsamen acht Jahre zurückschaue“, so Martin Karras, „danke ich dem Herrgott, dass ich dich als verlässlichen Mitarbeiter und Mitbruder hatte. Du warst dir für keine Aufgabe zu schade, warst mir ein guter Ratgeber und Zuhörer, bei dem ich immer merkte, du tust deinen Dienst aus einem tiefen inneren Glauben heraus. In der Zeit meiner Erkrankung warst du für mich ein verlässlicher Begleiter und ein gutes Bindeglied zur Gemeinde“, so Martin Karras, der zum 1. September die Gemeinde verlassen wird. „Du bist mit Leib und Seele Diakon. Die Gemeinde lässt dich nur sehr ungern ziehen, auch in Anbetracht der Tatsache meines Weggangs aus Burgdorf. In deinen Jahren hier in der Pfarrei warst du bei all den wechselnden Pfarrern immer eine verlässliche Konstante. Pfarrer kamen und gingen, Hartmut Berkowsky blieb!

Dank sagte Pfarrer Karras aber auch an Frau Berkowsky. Weil sie ihn aus Liebe immer wieder losgelassen hat, konntet er mit großer Freude und Intensität Diakon, Diener der Menschen sein. Sie ist seinen Weg immer mit ihm gegangen, hat ihm den nötigen Freiraum geschaffen, Mut gemacht, ihn in der Enttäuschung aufgefangen und manchmal vielleicht auch gesagt: „Es wäre doch schön, wenn mein Hartmut öfter mal zu Hause und nicht immer nur auch Achse wäre!“

Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus ist dir mit ihren Kirchorten Burgdorf, Uetze und Hänigsen aus ganzem Herzen dankbar, so Pfarrer Karras. Wir wünschen dir, deiner Frau und deiner ganzen Familie alles Gute und Gottes Segen. Möge der Herrgott auf die Fürsprache unserer Kirchenpatrone, des Hl. Nikolaus, des Hl. Matthias und der Hl. Barbara immer seine schützende Hand über dir und deinen Lieben halten und besonders gut auf euch aufpassen.

Barbara Gebbe, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, erinnerte daran, dass Berkowsky bei den Gottesdiensten mit „Gehet hin in Frieden!“ immer das „letzte Wort“ bei den Gottesdiensten haben musste. Und auch daran, dass sein Ostergruß „Halleluja! Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!“ der Gemeinde unvergessen bleiben wird.

Hartmut Berkowsky betonte in seiner Rede, dass er sehr gern in Burgdorf als Diakon tätig war. In all den Jahren sind daraus viele Freundschaften entstanden. In dankbarer Erinnerung bleiben ihm die vielen Taufen, Trauungen, Silbernen und Goldenen Hochzeiten. Für ihn sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, Gemeindemitglieder auf ihrem letzten Weg zu begleiten und dabei den Angehörigen zu versichern, dass die Verstorbenen nicht tiefer fallen können, als in Gottes Hände, bei dem sie jetzt gut aufgehoben sind. Dieses alles sei ihm aber nur möglich gewesen, dass er Vertrauen und seinen tiefen Glauben an den Herrn habe, der ihn geleitet und begleitet habe. Berkowsky dankte allen, die mit ihm gemeinsam ein Stück des Weges gegangen sind. Insbesondere Pfarrer Martin Karras und seiner Frau Walburga, mit der er bald Goldene Hochzeit feiere.

Trotz Corona ließen es sich die rund 50 Gemeindemitglieder nicht entgehen von Hartmut Berkowsky persönlich zu verabschieden. So auch Angelika Wirz, die als ehemalige Vorsitzende des Pfarrgemeinderates mit Hartmut Berkowsky von Anfang an zusammengearbeitet hat.

Text: Wolfgang Obst