Sternsingeraktion 2021 trotz Corona

Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit

Christi Geburt und somit Weihnachten findet immer statt und auch die alljährliche Sternsingeraktion findet immer statt. Diesmal nur unter veränderten Vorzeichen. Ein Besuch der Sternsinger so wie in den vergangenen Jahren muss coronabedingt diesmal leider ausfallen. Aus diesem Grund hat das Orgateam der St. Nikolaus Pfarrgemeinde zwei verschiedene Varianten ausgearbeitet, um trotzdem den Segenspruch „christus+mansionem+benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“, in die Häuser und Wohnungen der Stadt zu bringen. Wer, wie bisher, einen Besuch wünscht, zu dem wird der Segenspruch auch in diesmal gebracht. Nur kommen wegen Corona nicht die Sternsinger, sondern ein Erwachsener der Pfarrgemeinde allein an die Haus- oder Wohnungstüren, um den Segen Gottes zu überbringen. Es besteht aber auch die Möglichkeit sich ein Überraschungspaket mit Segensaufkleber und einer persönlichen Grußbotschaft der Pfarrgemeinde zuschicken zu lassen, mit der die Bewohner selber als Sternsinger für Ihr Zuhause aktiv werden können. Die Besuche erfolgen am Freitag, 8. Januar 2021 zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr, am Samstag, 9. Januar 2021 zwischen 10.00 und 12.00 Uhr sowie zwischen 15.00 Uhr und 18.00 und am Sonntag 10.01.2021 zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr. Anmeldungen unter Angabe einer der zwei Möglichkeiten können bis zum 22.12. über das Pfarrbüro unter der Rufnummer 05136-809290 erfolgen oder aber per E-mail unter Sternsinger@st-nikolaus-burgdorf.de. Im Vorraum der St. Nikolaus-Kirche, Im Langen Mühlefeld 19, können zudem Anmeldzettel noch bis zum 26. Dezember in die Sternsinger-Box eingeworfen werden.

Die Sternsingeraktion 2021 steht unter dem Motto "Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit". Das Beispielland der kommenden Aktion Dreikönigssingen 2021 ist die Ukraine. Dort sind viele Kinder lange von ihrem Vater, ihrer Mutter oder beiden Eltern getrennt, weil diese im Ausland arbeiten. Die Sternsingeraktion nimmt diese Kinder in den Blick. Sie zeigt auf, warum Eltern zum Arbeiten ihre Heimat verlassen und was das für die Kinder bedeutet. Unter dem Motto „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ veranschaulicht die Aktion Dreikönigssingen, wie Projektpartner der Sternsinger Kinder ohne oder mit eingeschränkter elterlicher Fürsorge schützen und stärken.

Rund zwei Millionen Kinder, schätzt die Caritas Ukraine, wachsen wegen der Arbeitsmigration in dem osteuropäischen Land mit nur einem Elternteil, bei Großeltern, anderen Verwandten oder in Pflegefamilien auf. Die meisten Eltern lassen ihre Kinder schweren Herzens in der Heimat zurück und hoffen, nach einiger Zeit mit genügend Ersparnissen wieder nach Hause zurückkehren zu können. Studien zeigen indes, dass die längere Abwesenheit der Eltern den Kindern emotional und sozial schadet. Sie fühlen sich verlassen und vernachlässigt. In der Schule halten sie schlechter mit als Kinder aus intakten Familien. Sie greifen in der Pubertät eher zu Alkohol und Drogen und entwickeln häufiger psychische Probleme. Die Arbeitsmigration belastet auch die Eltern stark. Lange Abwesenheiten führen zu Entfremdung, die oft in eine dauerhafte Trennung münden. Darunter leidet die ganze Familie. Nicht zuletzt tragen Großeltern und Verwandte, die sich um die Kinder kümmern, eine große und oft kaum zu bewältigende Last.

Von Arbeitsmigration betroffenen Kindern zur Seite zu stehen, sie zu stärken und zu schützen, ist ein Arbeitsschwerpunkt der Caritas Ukraine, Projektpartner des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘. In elf Caritas-Tageszentren im ganzen Land bietet die Caritas den Kindern Gemeinschaft, psychologische Betreuung und Seelsorge, Hausaufgabenhilfe, Kunst- und Handwerkskurse, Ausflüge, Sommercamps, Sport, Spiel und Spaß. In Veranstaltungen zu den Kinderrechten lernen die Mädchen und Jungen zudem, ihre Rechte zu artikulieren und einzufordern. Wichtig ist den Projektpartnern auch, den Kontakt zu den Erziehungsbeauftragten und Vormündern vor Ort – meist sind es die Großeltern – sowie zwischen Eltern und Kindern zu pflegen.

Text: Wolfgang Obst