St. Nikolaus bleibt in Burgdorf eine Narrenhochburg

Fernsehreifes vierstündiges Faschingsprogramm

Die Karnevalssitzung im Kölner Sartory hätte mit der Faschingsveranstaltung der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde durchaus mithalten können. Wenn es an diesem Abend ein Publikumsvotum gegeben hätte, dann hätte das „Dinner for Kirchweihfest 2085“ ganz vorn gelegen. Besser als Stephan Marx hätte man den Buttler James nicht darstellen können. Er war es, der die längst nicht mehr uns weilenden, wie den ehemaligen Pfarrer Martin Karras, die damalige PGR-Vorsitzende Angelika Wirz und den langjährigen Diakon Hartmut Berkowsky aus dem letzten Jahrtausend nicht nur Wein, sondern auch Whisky und Sekt einschenken musste. Auch Papst Franziskus saß mit am Tisch, den James bedienen musste. Während Lady Chrissi, die einladende, das Glas erhob, musste James stellvertretend für all die anderen trinken. Dabei gab Buttler James die Beobachtungen wieder, die starke Rückschlüsse auf die einzelnen Personen zuließen. Karras verband er mit der Glühweinbutze auf dem Kirchplatz, Angelika Wirz für ihre Glaubensstärke und Diakon Berkowsky für sein nicht zu toppendes Halleluja während der Gottesdienste. Urbi et Orbi gab immer wieder Papst Franziskus von sich. Mit zunehmendem Gelage wurde die Sprache immer undeutlicher, was die Zuschauer zu wahren Lachsalven hinriss. Serviert hatte Lady Chrissi zudem Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, weil sich das Hühnchen einfach nicht fangen ließ.

Auch die Queen trat unerwartet auf die Bühne und schlug die Männer des SCCB, dem Santa Claus Church Ballett, nach ihrem Auftritt zum Ritter. Zu „Don’t stop me now“ von Queen und „Wannabe“ von den Spicegirls zeigte die Blond AG aus Otze ihre tänzerischen Qualitäten. Robert Hafke als „The Englishman“ und Gabriele Stuntebeck, die als „Else Stratmann“ von ihrer Audienz bei Königin Elisa-beth berichtete, ließ bei den Büttenreden manchem vor Lachen Tränen in die Augen treten. Passend zum Thema des Abends „Very British“ gab es nicht originelle Kostüme sondern auch extravagant auftretende Hutkreationen der Damenwelt. Für die von den „Sahneschnitten“ in einer „St. Claus Hat Fashion Show“ vorgeführten ausgefallenen Hutmodelle interessierte sich vor allem die Damenwelt. Spitzfindigkeiten in Richtung der Bistumsleitung schickten die schon legendären Machos, die diesmal als die „Männer um Robin Hood in Burgiforest“ auftraten. Wegen der Sparmaßnahmen des Bischofs und den damit fehlenden finanziellen Mitteln für die Umgestaltung des Pfarrheimes machten sie auf, um die Kasse zu plündern.

Es war wieder einmal ein fernsehreifer Abend, die diesjährige Faschingssitzung der katholischen St. Nikolaus Pfarrgemeinde in den schon seit Wochen ausverkauften Sälen des Pfarrheimes Im Langen Mühlenfeld. Mit lockeren und teilweise spitzfindigen Sprüchen führten Petra Schulte und Bernhard Hahme durch ein gut vierstündiges Programm. In den Tanzpausen unterhielt das närrische Publikum die Glamrock Band „Dirty & Sweet“, sowie erstmals Ann-Kathrin Albert und Torsten Brandes mit ihren Dudelsäcken. Für ausgelassene Stimmung sorgten mit all den bekannten Liedern zum Schunkeln des Kölner Karnevals wieder einmal die drei Gondolieres.

Text: Wolfgang Obst