Msgr. Michael Weihmayer verstorben

Mit Trauer haben wir erfahren, dass am 13. Januar 2018 nach langer schwerer Krankheit unser früherer Pfarrer in Uetze und Hänigsen, Msgr. Michael Weihmayer, im Alter von 61 Jahren in Weßling verstorben ist.

Er war von Januar 1992 bis August 1996 Katholischer Standortpfarrer in Hannover. Ihm war die Seelsorge des Offiziernachwuchses des Heeres als Militärdekan anvertraut. In dieser Zeit war er auch Pfarrer in Uetze und Hänigsen und wohnte im Pfarrhaus von St. Matthias, wo er auch einen kleinen Bauerngarten u. a. mit einigen Enten angelegt hatte. Er selbst sprach immer von seiner „Hobbypfarrei“, wobei die Gemeinde ständig erleben durfte, dass er die Betreuung keineswegs nebenher machte.

Es war die Zeit des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien. Häufig begleitete er Hilfstransporte vom Fliegerhorst Wunstorf in das Krisengebiet. Das bedeutete für die Gemeinde, dass zeitweise kein Priester vor Ort war. Darauf aber bereitete er die Gemeinde immer gut vor. Er hatte viel Vertrauen in die selbstständige Arbeit der beauftragten Laien, gab Hilfestellungen, machte Vorschläge und ließ dann selbstständig Wortgottesfeiern und Andachten leiten. Noch heute wirkt das Vertrauen in die Arbeit der Laien fort und hilft in den folgenden „ priesterlosen“ Zeiten.

Besonders erwähnenswert waren seine Predigten, in denen er auch ganz kurzfristig auf die Themen der Gemeinde, der Kirche oder allgemeine Alltagsprobleme anschaulich und verständlich einging. Nie abgehoben, immer verständlich und menschenbezogen. Die Begleitung bei der Erstkommunion und Firmvorbereitung war lebensnah. Die Jugendlichen kamen gern und er konnte sie begeistern. Die vielen Messdiener taten gern ihren Dienst am Altar. Gerade bei schwierigen Themen und unterschiedlichen Meinungen im PGR beeinflusste er die Diskussion immer mit seinen konstruktiven und klugen Beiträgen und Ideen.

Zwei Begebenheiten sind immer noch in besonderer Erinnerung: Beim Ostersonntaggottesdienst in St. Barbara (die Osternacht wurde in St. Matthias gefeiert) regnete es stark, sodass auf dem Kirchplatz kein Osterfeuer entzündet werden konnte. Kurzerhand verlegte er das Osterfeuer in die St. Barbara Kirche. Am Faschingssonntag hielt er die Predigt immer in Versform. Nach jedem Gottesdienst sprach er mit den Gottesdienstbesuchern über deren „Probleme“ und Wünsche. Das Gespräch dauerte immer so lang, wie sein Zigarillo, oder auch die zweite brannte.

Sein christliches Vorleben im Umgang mit Menschen und sein ständiger Humor werden uns immer in Erinnerung bleiben. Wir sind sehr dankbar für die Zeit die er bei uns war und wissen ihn jetzt bei unserem Herrgott. Wir denken an ihn im Gebet.

RIP

Text: U. Ensinger