Kirchweihfest mit Gänsebraten

Am 7.April 1935 wurde die St. Nikolaus-Kirche, Im Langen Mühlenfeld 19, geweiht. Vergangenen Sonntag feierte die Pfarrgemeinde mit einem Festgottesdienst ihr 83. Kirchweihfest.

In seiner Predigt machte Pfarrer Martin deutlich, dass Kirche mehr sei, als ein steinernes Gotteshaus. Schon lange bevor es die Kirche hier an dieser Stelle gab, gab es Kirche in Burgdorf. Und damit meine ich nicht nur die St. Pankratius-Kirche in der Mitte unserer Stadt, so Martin Karras. Kirche wird von Menschen gestaltet. Menschen kamen auch schon damals zusammen, um zu beten und Gottesdienste abzuhalten. Die katholischen Christen nutzten dazu mehrere Orte in der Stadt. Unter anderem zahlreiche Lokalitäten und zum Schluss den Zeichensaal in der alten Realschule, heute IGS. Umso erfreulicher war es dann 1935 ein eigenes Gotteshaus zu bekommen.

Karras erinnerte aber auch daran, und das aktuell vor dem Hintergrund des Abrisses des „Immerather Doms“, der dem Braunkohleabbau Garzweiler II weichen muss, an die Schließung zahlreicher Kirchen in den vergangenen Jahren. Es sei immer schmerzlich Kirchen zu schließen, dieses habe die Gemeinde auch mit der Hänigser St. Barbara-Kirche erfahren müssen. Und dieser Schmerz saß tief. Es sei aber auch immer eine Chance. Und diese Chance zeigt sich heute insbesondere in Hänigsen. In Hänigsen ist die Kirche lebendiger denn je. Gemeinsam wird mit den evangelischen Christen gebetet und werden Gottesdienste abgehalten. Der ökumenische Christi-Himmelfahrts-Gottesdienst auf dem Kuhlenberg ist dafür ein lebendiges Zeugnis und Beispiel für die Einheit der Christen. Dafür ist es nicht nötig ein eigenes aus Stein gebautes Gotteshaus zu haben, sondern den Willen zur Gemeinsamkeit in dem Sinne, „wenn zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, dann in ich mitten unter ihnen“ umzusetzen.

Das anschließende gemeinsame Gänseessen wieder einmal von Fleischermeister Fritz Lindemann aus Hänigsen hervorragend zubereitet, rundete den Festtag ab. Pfarrer Martin Karras und Wolfgang Obst, Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Nikolaus, dankten in diesem Zusammenhang dem Ehepaar Lindemann für die langjährige hervorragende Zusammenarbeit, nicht nur beim Kirchweihfest, sondern auch bei anderen Gemeindeveranstaltungen. Beide bedauerten, dass Lindemann zum Ende letzten Jahres seinen Betrieb aus Altersgründen aufgegeben hat. Obst überreichte Lindemanns zudem eine Federzeichnung der St. Nikolaus-Kirche als bleibende Erinnerung für die gute langjährige Zusammenarbeit und wünschte beiden, dass sie sich nunmehr das erfüllen können, was aus betrieblichen Gründen all die Jahre nicht möglich war.

Text: Wolfgang Obst