Inder feiern das Kulturfest Onam

Am vergangenen Freitag feierten indische Mitchristen im Pfarrsaal der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde ihr Kulturfest Onam. Das ursprünglich alte Hindufestival, das nur im indischen Bundesstatt Kerala im traditionellen Sari gefeiert wird, feiern auch Christen.

Seit über zwei Jahren sind zahlreiche katholische Inderinnen und Inder in Burgdorf beheimatet. Gauraf Gark, Betreiber mehrerer Seniorenheime, hat sie nach Deutschland geholt. Sie ergänzen das Pflegepersonal in diesen Heimen. In all den Jahren hat sich der Kontakt zur St. Nikolaus-Pfarrgemeinde weiter vertieft. So besuchen sie regelmäßig den Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen. Wesentlich betreut werden sie von Barbara und Ulrich Ensinger. Sie wurden ebenso wie Gauraf Gark, als Ehrengäste, ganz herzlich begrüßt. Gauraf Gark dankte in sehr persönlichen Worten für große Ehre, die ihm zuteil geworden ist, nachdem er symbolisch das Feuer der Schöpfungskraft, die Quelle aller Energie, entzünden durfte. Er habe mit einer kleinen Gruppe angefangen und ihnen die Chance gegeben sich hier in Deutschland zu integrieren. Dazu gehört auch ein Tag wie dieser, an dem Onam gefeiert wird. Ihr habt sie genutzt, so Gark weiter. Dafür und für seine tolle Mannschaft, sei er sehr dankbar. Geschmückt war der Saal mit einem Onapookkalaminem, einem bunten Blumenteppich in verschiedenen Tönungen.

Onam ist das größte und wichtigste Fest des Bundesstaates Kerala. Es ist ein Ernte-Festival und wird mit Freude und Begeisterung gefeiert. Einer Legende nach wird Onam gefeiert, um König Mahabali zu begrüßen. Dessen Geist soll Kerala zurzeit von Onam besuchen. Laut Erzählungen gab es vor vielen Jahrhunderten einen König Namens Mahabali. Zu dieser Zeit soll es allen Menschen gut gegangen sein. Es gab keinen Hunger und keinen Unterschied zwischen den Menschen. Mahabali war dafür bekannt, dass er alle Wünsche seiner Untertanen erfüllen würde. Laut der Übermittlung wurden die Götter mit der Zeit eifersüchtig auf den König Mahabali. Der Gott Vishnu erschien als Zwerg vor dem König und bat ihn um Land. Lediglich so viel Land, welches er mit drei seiner Schritte umfassen könnte. Mahabali gewährte den Wunsch, wunderte sich aber darüber, warum er denn nur so wenig Land haben wollte. Daraufhin vergrößerte sich Vishnu zu einer überdimensionalen Größe. Mit dem ersten Schritt überwand er bereits die ganze Erde. Mit dem zweiten Schritt das ganze Himmelsgewölbe und beim letzten Schritt fragte ihn Vishnu wohin er diesen legen sollte. Mahabali verstand, dass Vishnu mit dem letzten Schritt die Welt zerstören würde. Er bat um Gnade und bat Vishnu den letzten Schritt auf seinen Kopf zu legen, so dass die Erde und seine Untertanen gerettet sind. Mit diesem Schritt auf den Kopf, wurde Mahabali in die Unterwelt gestampft. Seitdem lebt Mahabali in der Unterwelt. Er bat jedoch Vishnu darum, jedes Jahr einmal zu seinen Untertanen zurückzukehren, um zu schauen wie es ihnen geht. Aus Mitgefühl erlaubte der Gott es dem König.

Dieser Besuch von Mahabali wird als Onam gefeiert, begleitet von einigen traditionellen Tanzeinlagen. Onam ist zudem ein Fest, dass in großer Gemeinschaft gefeiert wird. So waren auch die Schwestern vom Orden der Heiligen Theresia vom Kinde Jesu aus der Lehrte St. Bernward-Pfarrgemeinde gekommen. Weitere Gruppen unter anderem aus Peine begleiteten die Festivität. Und auch zahlreiche Gemeindemitglieder feierten mit. Dieser Besuch von Mahabali wurde am vergangenen Freitag mit Tanzeinlagen und einem traditionellen vegetarischen Essen nunmehr auch in Burgdorf gefeiert.

Text: Wolfgang Obst