Gottesdienst mit Tiersegnung

Gottesdienst unter dem grünen Dach des Tierheimes

 

Gottesdienst mit Tiersegnung

Und Gott sprach: „Auf dem Land und in den Meeren sollen Tiere leben.“ Und Gott schuf Schafe und Rinder, dazu auch die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels, die wilden Tiere, Hund und Katze und die Fische der Meere. Und Gott sah, dass es gut war. Er sprach: „Ich will noch Lebewesen schaffen, die mir ähnlich sind.“ Da schuf Gott die Menschen, als Mann und als Frau. Er segnete sie und sprach. „Euch vertrau ich alles an, was lebt. Geht sorgsam damit um!“ Und Gott sah, dass alles gut war. So ein Teil der Schöpfungsgeschichte, die Stefan Horn, Gemeindereferent der St. Nikolaus Pfarrgemeinde Burgdorf, am vergangenen Sonntag beim Sommerfest im Burgdorfer Tierheim zum Thema seiner Predigt machte. Bereits zum zweiten Mal begann dieser Tag mit einem Gottesdienst mit Tiersegnung. Während in üblichen Gottesdiensten für die Menschen gebetet wird, standen diesmal die Tiere im Mittelpunkt. Horn machte deutlich, dass Gott dem Menschen diese Erde samt ihrer Tiere anvertraut hat. Gott hat sie uns anvertraut, im Vertrauen die Schöpfung zu wahren. Die Abholzung der Regenwälder, Massentierhaltung und Energiever-schwendung stehen aber in einem krassen Widerspruch zur Schöpfungsverantwortung. Die Bedrohung von Natur und Umwelt zeigt sich gerade in diesen Tagen, in denen ein Hitzerekord den anderen jagt. Tiere, so Horn, dienen dem Menschen als Arbeitstier, zur Nahrung aber auch, wie Hund und Katze, als Freund und ständiger Begleiter. Er wies darauf hin, dass auch Tiere Geschöpfe Gottes sind, die wie wir Menschen unter Gottes Schutz stehen. Ihnen gebühre Ehrfurcht, weil diese Ehrfurcht allem Geschaffenen gilt. Diese Ehrfurcht ist jedoch vielfach nicht gegeben. Tiere werden gequält, ausgesetzt, wie gerade jetzt in der Ferien- und Urlaubszeit oder verwahrlost. Aber auch sie haben Gefühle und Bedürfnisse und sie wollen gut behandelt werden. Die Tiersegnung hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition. Besonders in den überwiegend katholischen Regionen. Der Einladung sich und ihren vierbeinigen Begleiter segnen zu lassen folgten anschließend viele Tierhalter. Horn besprengte sie mit Weihwasser und alle des Menschen treuesten Begleiter nahm es mit großem Interesse hin.

Text und Bilder Wolfgang Obst.