Gemeinsames Gedenken an die Reformation und Allerheiligen

In ökumenischer Gemeinschaft feierten Pastorin Susanne Paul von der Martin Luther Gemeinde Ehlershausen und Pfarrer Martin Karras von St. Nikolaus gemeinsam den Reformationsgottesdienst und das Gedenken an Allerheiligen. Wie schon im letzten Jahr predigte Pfarrer Karras am Reformationstag beim Gottesdienst der Protestanten. Karras sprach davon, dass er im letzten Jahr erstmals bei den evangelischen Christen zum Reformationstag predigte. Dieses war das Ergebnis der ökumenischen Zusammenarbeit und dem Reformationsgedenken von 2017. In Burgdorf ist die ökumenische Zusammenarbeit etwas ganz besonderes. Karras bedauerte gleichzeitig, dass es so lange gedauert hat. Reformation heißt wieder etwas in Form bringen, was unförmig geworden ist. Wieder in Ordnung bringen, was aus dem Ruder gelaufen ist. Darum ging es Martin Luther. Er, aber auch viele andere mit ihm haben sehr schmerzvoll erleben müssen, dass Reformen missbraucht wurden, um doch wieder nur die eigenen Interessen durchzusetzen. Eine echte, nachhaltige Reform, sie beginnt im Denken von uns Menschen, sie beginnt mit der Frage: „Was kann, was muss ich verändern, um der Welt eine Zukunft zu geben?“ Martin Luther hatte sicherlich im Laufe seines Lebens auch manch radikale Idee und ist auch in manchen Dingen übers Ziel hinausgeschossen, weil es ihm nicht schnell genug ging, weil er sich nicht ernstgenommen fühlte, weil er sich mit seinen Ideen missverstanden fühlte. Aber eines hat er nie vergessen, es geht um den Menschen als Teil der göttlichen Schöpfung. Wenn wir uns dieser Aufgabe stellen, egal ob und in welchem Maß wir erfolgreich sind, machen wir auf jeden Fall deutlich: „Gott, wir nehmen dich ernst! Und wir verlassen uns darauf, dass du uns immer wieder neu den richtigen Weg zeigst und den Mut gibst, ihn dann auch zu gehen, wenn es sein muss auch gegen aller Widerstände!“

Susanne Paul sprach am Fest von Allerheiligen in St. Nikolaus. Heilige, so die Pastorin seinen etwas ganz besonderes. Sie waren für ihren Glauben eingetreten. Dafür ließen einige ihr Leben. Obwohl Heilige in der evangelischen Kirche etwas problematisch angesehen werden, so üben sie doch eine Faszination aus. Dieses besondere Erlebnis habe sie am 13. Oktober dieses Jahres auf dem Petersplatz in Rom wahrnehmen dürfen. Papst Franziskus hat an diesem Tag John Henry Newman, Marguerite Bays und die Ordensfrau Irma Dulce heiliggesprochen. Mit Irma Dulce hat Brasilien nunmehr ihre erste Heilige. Dieses feierten die brasilianischen Gläubigen sehr ausgiebig. Sie die Heiligen, so Susanne Paul sind heilig geworden durch ihre Taten. Sie haben durch ihr Handeln und Tun die frohe Botschaft weitergegeben. Der Glaube habe damit ein Gesicht bekommen.

Text: Wolfgang Obst