Fernsehreifer Fasching in St. Nikolaus

Narren feiern bei ausgelassener Stimmung

Es war einer der erwarteten Höhepunkte, der Auftritt von Miss Chrissi bei der Faschingsveranstaltung von St. Nikolaus am vergangenen Freitag. Miss Chrissi, alias Christiane Berger und Pfarrsekretärin der Gemeinde, berichtete erstmals vom alltäglichen Zirkus im Pfarrbüro. Vom Zirkuschef, dem sie nicht vergessen darf, allmorgendlich die Füße zu küssen oder vom Seniorpartner Hartmut, mit dem sie aber keine Not hat. Hier reicht schon ein kleiner weiblicher Input um ihn auf ihre Seite zu ziehen. Aber auch vom Kleinkünstler Stefan H, dem Gemeindereferenten, der die Kommunionkinder vorbereitet. Der meist aber nicht da ist. So genau, wo er gerade ist, kann man bei ihm nie sagen. Allerding, so Miss Chrissi, parieren alle drei, wenn sie pfeift. Auch von Pater Fidele, dem Pausenclown, wie sie ihn nannte, dem sie die Masterarbeit korrigieren musste, berichtete die Dompteuse aus dem Sekretariat. Und von der Unzulänglichkeit des Telefons, dessen Hörerschnur nun nicht mal bis zur  Haustür reicht. Was ganz schnell zu einem ausgewachsenen Problem werden kann, wenn sie gerade ein längeres Telefongespräch führt und es an der Haustür sturm klingelt. Zur Wahrheit aber gehöre auch, dass sie organisieren und die Bücher führen müsse. Vor allem aber flitzen müsse, wenn es an der Pfarrbürotür zwischen 12 und 14 Uhr klingelt. Gefährlich ist es, wenn sie etwas im Wochenblatt vergessen habe. Dann steht das Telefon nicht still. Ganz besonders war ihr noch in Erinnerung, dass sie dem Kirchenvorstandsmitglied Gregor Stanke Ende letzten Jahres, den täglichen Pegelstand des Hochwassers in der Kirche melden musste. Dieser hat wegen zu geringer Feuchtigkeit eimerweise Wasser auf die Fliesen der Kirche geschüttet. Vom Direks, der sich montags immer frei nimmt, konnte sie berichten, dass dieser rank und schlank geworden ist, lieber Wein statt Bier trinkt, gern mit dem elektrischen Seilzug des Adventkranzes in der Kirche spielt und nun auch noch auf dem Schützenplatz mobil unterwegs ist. Ein durchaus gelungener Auftritt.

Über den Zirkus in einer Ehe, vor allem dann, wenn der geliebte Ehemann zum Rentner des Monats gekürt wurde und zuvor das Gewürzregal streng nach dem Alphabet oder Farben geordnet hat, machte Petra Schulte ihrem Unmut Luft. Die Berliner Politik bekam von Robert Hafke in der Bütt ihr Fett ab und über den augenblicklichen Zirkus in der Welt schwadronierten die Machos, denen die Pfarrgemeinde St. Nikolaus wie ein Paradies vorkommt. Mit einer Jongliernummer traten mit den Brüdern Vogel erstmals auch ganz junge Künstler auf.     

Es war wieder einmal ein fernsehreifer Abend, die diesjährige Faschingssitzung der katholischen St. Nikolaus Pfarrgemeinde in den ausverkauften Sälen des Pfarrheimes Im Langen Mühlenfeld mit zahlreichen Ehrengästen. Dem Abend entsprechend verkleidet waren Matthias Paul, Pastor von St. Paulus, Susanne Paul, Pastorin von Martin Luther Ehlershausen, Erike Brandes, Kirchenvorstand von St. Petri Hänigsen, Angelika und Christian Naumann sowie Manuel Heldt von der Partnergemeinde Calbe/Schönebeck erschienen. Für ausgelassene Stimmung sorgten mit all den bekannten Liedern zum Karneval, wieder einmal die drei Gondolieres.

Ein herzliches Dankeschön ging an Magdalena und Thomas Degro, die für die Organisation verantwortlich zeichneten, sowie an Thomas Kraft und Silvia Möller für die Dekoration.

Text: Wolfgang Obst