Erntedank – eine Mahnung die Schöpfung zu bewahren


 

Erntedank – eine Mahnung die Schöpfung zu bewahren

Ein bunter Strauß von Herbstblumen, Äpfel aus dem Alten Land, Weine von der Mosel, eine Vielzahl von mitgebrachten Marmeladen sowie die Früchte des Feldes schmückten den Altar beim Erntedankgottesdienst auf dem Pferdehof Konerding. Dazu strahlend blauer Himmel, grüne Wiesen und sich offensichtlich wohlfühlende, freilaufende Pferde. Rund 150 Gläubige fanden an diesem Herbstsonntag den Weg auf die Wiese am Rande der Südstadt zum schon tradi­tionellen Erntedankgottesdienst. Anstelle einer Predigt machten Anton die Kirchenmaus und sein Kumpel Friedolin sich Gedanken über Erntedank. Beide sprachen von einem heißen Sommer, der hinter ihnen liegt. Von zahlreichen Bränden und dem unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren. Von den Winzern, die auf einen Jahrhundertwein blicken wollen, von den Obstbauern im Alten Land und am Bodensee, die mehr als nur zufrieden sind, aber auch von den Landwirten, deren Korn durch die Hitze auf den Feldern verdorrte. Die Dürre traf und trifft die Bauern hart. Gerade in die­sem Sommer wurde deutlich, wohin es führt, wenn der Mensch diese Erde nicht als Geschenk und somit zur Wahrung der Schöpfung betrachtet. Seit Jahren warnen Wissenschaftler in aller Welt vor dem Klimawandel und dem Anstieg der Erderwärmung auf unserem Globus. Die Folgen des bis­lang ungebremsten Fortschritts werden jedes Jahr mehr und mehr spürbar. Überschwemmun­gen in Teilen der Welt, die bislang verschont wurden, lang anhaltende Temperaturen von über 30 Grad, wie in diesem Sommer und die damit verbundene Dürre auf den Feldern. Anton und Friedolin zeigten auf, dass es nicht selbstverständlich ist, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch und Butter, Brot und weitere Lebensmittel in den Regalen der Lebensmittelge­schäfte vorzufinden. Noch sind die Regale bei uns gut gefüllt. Dieses aber kann sich sehr schnell än­dern. Danken wir also an diesem Tag, für die Ernte der Feldfrüchte, für Getreide, Rüben und Kartoffeln, für Kohl und das reichhaltige Obst. Wahren wir zugleich aber auch die Schöpfung vor unkontrollierter Ausbeutung und ungebremstem Fortschritt.
Nach dem Gottesdienst verteilte der Förderverein von St. Nikolaus kleine Brote, mit der Bitte um eine Spende für den geplanten Bau der Kindertagesstätte. Für gleichen Zweck wurden auch die mitgebrachten Marmeladen angeboten. Parallel dazu stellte das Kita-Planungsteam die Planung der Kita vor.

 

Autor: Wolfgang Obst