Der Tod ist die schmerzliche Gestalt einer neuen Geburt

Heute denken wir an all diejenigen, die wir verloren haben, so Pastor Matthias Paul bei der ökumenischen Andacht am Nachmittag des Totensonntages in der Kapelle des Stadtfriedhofes. Friedhöfe sind schmerzhafte Erinnerungen an Abschiede und doch sind sie auch Trost und Hoffnung über den Tod hinaus an eine Zukunft mit Gott, so der Pastor der Paulus-Kirchengemeinde. Matthias Paul warb um Verständnis, dass coronabedingt der angekündigt Posaunenchor nicht auftreten kann.

Für Pfarrer Franz Kurth von der katholischen St. Nikolaus Pfarrgemeinde liegen Allerheiligen und der Totensonntag eng beieinander. Beide Gedenktage erinnern uns daran, dass Tod und Leben eng beieinander liegen. Als Christen ist für uns beides untrennbar miteinander verbunden, so Pfarrer Kurth. Die Geburt als Leben in der unsrigen Welt und der Tod in einer neuen Welt, in der Gott uns hält und beschützt. Die Frage nach dem, wohin gehe ich, weiß keiner zu beantworten. Leben ist Tod und Tod ist Leben. Und darum sollten wir im Tod loslassen. Loslassen was unvollendet ist, loslassen was uns bedrückt, um damit ohne Last auf die andere Seite gehen zu dürfen. An diesem Loslassen kommt keiner vorbei. Die Angst aber vor dem Loslassen ist groß. Als Christen jedoch dürfen wir auf Gott vertrauen. Auf Gott den Gütigen und Liebenden. In ihm ruhen wir sicher und geborgen in einer anderen Welt. Der Tod ist daher auch die schmerzliche Gestalt einer neuen Geburt.

Text: Wolfgang Obst