Die Geschichte der St. Nikolaus Gemeinde

Die katholische St. Nikolaus - Gemeinde in Burgdorf feierte in Jahr 2010 das 75 jährige Bestehen. Schon vor dem Bau der Kirche gab es natürlich katholisches Gemeindeleben in Burgdorf. Zu Beginn des Jahrhunderts siedelten sich katholische Beamte und Angestellte der verschiedensten Behörden hier an. Außerdem waren während des ersten Weltkrieges auch katholische Kriegsgefangene in Burgdorf. So wurde der Wunsch nach katholischen Gottesdiensten beim Hildesheimer Bischof vorgetragen. Im Jahre 1915 fand der erste katholische Gottesdienst seit der Reformation in Burgdorf statt. Die Gottesdienste waren nun regelmäßig und fanden in verschiedenen Gaststätten statt. Ab 1922 stellte die Stadt den Zeichensaal der Realschule und ab 1931 die Aula dieser Schule für die Gottesdienste zur Verfügung. Die junge katholische Gemeinde gehörte zur Pfarrei St. Bernward in Lehrte und wurde zunächst von Kaplan Müller aus Misburg und dann von verschiedenen anderen Geistlichen, sowie schließlich von den Franziskanern aus Hannover - Kleefeld betreut. Als immer mehr Spargelmädchen aus den katholischen Gebieten Schlesien, Ruhrgebiet und Eichsfeld nach Burgdorf kamen, wurde Frau Anna Feind vom Bischof als "Wohlfahrtspflegerin und Pfarrhelferin" nach Burgdorf geschickt. Sie kümmerte sich um die Belange der Mädchen und der Gemeinde. Nun wurde auch der Wunsch nach einem Kirchbau energisch vorangetrieben. Man gründete einen Pfarrverein. Bischof Nikolaus Bares von Hildesheim, der 1933 nach Berlin versetzt wurde, wünschte sich als Abschiedsgeschenk eine Kollekte für eine Kirche in Burgdorf. Außerdem steuerte der Bonifatiusverein erhebliche Mittel zum Kirchbau bei. So konnte man 1934 mit dem Bau einer Kirche beginnen. Am 7. April 1935 konnte die Kirche von Bischof Josef Godehard Machens geweiht werden. Bischof Nikolaus Bares, der letztlich der Namensgeber der unter dem Patronat des Hl. Nikolaus von Myra stehenden Kirche war, verstarb leider vor der Weihe der Kirche. Am 15. März 1935 kam mit Pastor Albert Feind, einem Bruder der Anna Feind, der erste Seelsorger nach Burgdorf. Er blieb bis zm 1. Juli 1939 und wurde dann von Pastor Alfons Padberg abgelöst, der bis 1950 in Burgdorf war. Dieser erlebte dann den Bombenangriff auf Burgdorf vom Februar 1945 mit bei dem die Kirche leicht beschädigt wurde. Da die evangelische St. Pankratius Kirche wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde, verlegte man die Sonntagsmesse auf 8 Uhr und überlies den evangelischen Christen die Kirche für ihre Gottesdienste um 10.00 Uhr. In den Nachkriegsjahren nahm die Zahl der Gemeindemitglieder um mehr als das dreifache zu. Von bisher rund 1500 Katholiken wuchs die Zahl schlagartig auf 4.800 an. Drei Geistliche, die mit den Flüchtlingen nach Burgdorf kamen, halfen in der Seelsorge aus. Kaplan Drutschmann übernahm die Seelsorge in Uetze, während der Geistliche Rat Hilgener und Pastor Alfons Nerger in Burgdorf tätig waren. Alfons Nerger blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1962 in Burgdorf. Das Gemeindegebiet erstreckte sich zu dieser Zeit von Großburgwedel bis nach Uetze. Zum 1. Januar 1958 wurde Uetze selbständige Gemeinde. Großburgwedel erhielt 1966 eine eigene Kirche und wurde 1970 selbständige Gemeinde.

Trotz der Gründung neuer Kirchengemeinden mit eigenen Kirchen im alten Pfarrbezirk zeigte es sich, dass die für die viel kleinere Gemeinde gebaute St. Nikolaus - Kirche zu eng geworden war. So wurde ein Anbau geplant und schließlich in den Jahren 1971/72 gebaut und fertig gestellt. Die Weihe erfolgte am 16. Dezember 1972 durch Bischof Heinrich Maria Jansen. Es gibt somit zwei Weihetermine für die Kirche. Der Bischof bestimmte, dass das Kirchweihfest immer am 3. Sonntag im Januar gefeiert werden soll.

Zum 1. November 2006 wurde die St. Matthias Gemeinde Uetze mit der St. Nikolaus - Gemeinde zusammengelegt. Die neue St. Nikolaus - Gemeinde hat die Kirchorte Burdorf, Uetze und Hänigsen.